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Sprachförderkonzept Vorschule

Autor: nicolegourdonbrand 23.07.2017

Konzept zur vorschulischen Sprachfördermaßnahme

Stand: Juli 2017

1. Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung

1.1 Grundlage: Erlass des MK vom 01.03.2006, Handlungsempfehlungen zum Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder vom 15. Juni 2011, Richtlinie vom 01.04.2016 über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung alltagsintegrierter Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich
Kinder, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um erfolgreich am Unterricht teilzunehmen, sind verpflichtet, im Jahr vor der Einschulung an besonderen schulischen Sprachfördermaßnahmen teilzunehmen. Ein Kind mit festgestellten Sprachdefiziten ist also an der Teilnahme verpflichtet. Es ist kein freiwilliges Angebot.

1.2 Sprachstandsfeststellung
Die organisatorische Umsetzung des Erlasses erfolgt an unsrer Schule wie folgt: Mitte bis Ende April werden die Erziehungsberechtigten zur Anmeldung der schulpflichtigen Kinder eingeladen. Gleichzeitig erfolgt die Durchführung des Verfahrens zur Sprachstandsfeststellung. Es werden die Teile A und B des Verfahrens "Fit in Deutsch" sowie begleitende Beobachtungen durchgeführt. Die Auswertung der Gespräche mit den Eltern der Kinder erfolgt in Rücksprache mit den Erzieherinnen der jeweiligen Kindergärten.

1.3 Planung der Sprachfördermaßnahme
Vor Beginn des neuen Schuljahres nimmt die Förderkraft der Grundschule Kontakt mit der Kindertagesstätte auf um zeitliche und organisatorische Planungen zu besprechen. Der Sprachförderunterricht findet in verschiedenen Kindertagesstätten im Bereich Oldenburg-Nord statt. wenn es in der KiTa keinen geeigneten Raum gibt, findet die Sprachfördermaßnahme an der GS Ohmstede statt.

2. Durchführung der Sprachfördermaßnahme

In den ersten Schulwochen steht für die Sprachförderkraft, Kinder und Eltern im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens und des Vertrautmachens mit dem Förderangebot und der Verzahnung mit dem gruppenpädagogischen Programm der KITA.

2.1 Ermittlung der Individuellen Lernentwicklung
Es erfolgt - anknüpfend an die Beobachtungen und Vorerfahrungen der Erzieher/innen - die Ermittlung der individuellen Lernentwicklung eines jeden Kindes. Diese stützt sich einerseits auf die systematische Erfassung folgender Beobachtungsbereiche: der kommunikativen Kompetenz, der Entwicklung von Wortschatz und Wortbedeutung, Grammatik und Aussprache sowie der metasprachlichen Entwicklung.Über die sprachliche Förderung hinausgehend wird andererseits die ganzheitliche Entwicklung insbesondere die kognitive, feinmotorische, soziale, und emotionale Reife ebenso berücksichtigt, weil sie in enger Wechselwirkung zur Schulfähigkeit steht. Beide Bereiche finden bei der Ermittlung der individuellen Lernentwicklung und Lernzielsetzung Berücksichtigung und prägen den weiteren Verlauf der pädagogischen Förderarbeit.

3 Didaktik und Methodik der Sprachfördermaßnahme

Die Kinder werden in kleinen Lerngruppen unterrichtet. Im Rahmen der inneren Differenzierung wechseln Phasen des individuellen und gemeinsamen Lernens, der Einzel- und der Gruppenarbeit. Methodischer Leitgedanke: Bei der Sprachförderung ist es wichtig, den Kindern möglichst Gelegenheit zu bieten, Sprache zu erproben und anzuwenden. Dieses geschieht überwiegend auf spielerische Weise. Den Kindern sollen Situationen geboten werden in denen sie sich die deutsche Sprache aktiv und passiv hörend und sprechend erschließen können. Es ist wichtig, dass Bild und konkretes Anschauungsmaterial das abstrakte Wort visualisieren.
Dies erfolgt zum Beispiel: durch Rollenspiele, Bewegungs- und Kreisspiele, Fingerspiele, Lieder, Reime, handlungsbegleitendes Sprechen und schlussfolgerndes Denken, das Lesen von Bilderbüchern/ Geschichten und das Unternehmen von Ausflügen in die Umwelt der Kinder (z. B.: Wochenmarkt, Singen im Altersheim...).
Zudem werden Arbeitsblätter mit den Kindern bearbeitet, um sie langsam an schulische Arbeitsweisen heranzuführen.

3.1 Unterrichtsinhalte

Unsere Arbeit zur Förderung der Sprache der zukünftigen Erstklässler basiert auf den Vorgaben des Niedersächsischen Kultusministeriums Didaktisch- methodische Empfehlungen für die Sprachförderung vor der Einschulung, dem Vorkurs zur DaZ-Box von D. Rucys und dem Handbuch mit Arbeitshilfen sowie entsprechenden
Bildkarten (erschienen im Finken- Verlag; Oberursel 2003). Außerdem haben wir im Laufe der Jahre eine eigene Sammlung von Materialien für den Vorschulbereich/
Übergang KiGa- GS angesammelt.

3.2 Folgende sprachliche Kompetenzen sollen geschult werden:

  • Anwendung einer klaren und deutliche Aussprache
  • Wortschatzerweiterung (aktiv und passiv)
  • Bilden von Aussage-, Aufforderungs- und Fragesätzen
  • Bilden von Verneinungsformen
  • Zuordnen von bestimmten/unbestimmten Artikeln bei Nomen
  • Nomen im Singular und Plural kennen lernen
  • Anwendung von Präpositionen (auf, unter, vor, hinter neben...)
  • Bilden und Finden von Oberbegriffen
  • Gegensätze finden / Gegensätze formulieren können
  • Nomen durch Umschreibungen erkennen bzw. selbst durch Umschreibungen erklären können
  • Bilden von Personalformen von Verben
  • Erkennen und benennen von Tätigkeiten
  • Silbenzerlegung
  • Reimwörter ergänzen bzw. Reimpaare heraushören
  • Erzählen von Begebenheiten aus dem Alltag (Wochenenderlebnisse, Feiern, Arztbesuch, Feste...)

3.3 Im Bereich des Mengenverständnisses sollen geschult werden:

  • Bis 20 zählen können
  • Elemente bis 20 abzählen können
  • Geometrische Formen benennen können
  • Ziffern bis 10 erkennen und schreiben können
  • Grund und Mischfarben erkennen und benennen können
  • Reihen und Muster fortsetzen können
  • Würfelbilder erkennen und benennen können

3.4 Im Bereich des elementaren Sozial- und Lernverhaltens soll geschult werden:

Es wird angestrebt die erforderlichen kommunikativen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen zu entwickeln, um am Gruppengeschehen teilzunehmen dieses mitzugestalten und die eigenen Interessen und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen.

4. Elternarbeit

Die individuelle Förderung des einzelnen Kindes erfordert die Einbeziehung der familiären Lebenswelt. Dies geschieht durch Kontaktpflege zu den jeweiligen Eltern. Häufig sind schon aus sprachlichen Verständigungsgründen Einzelgespräche gewinnbringender als multikulturelle Elternabende, weil Kinder unterschiedlicher Muttersprachen in den Fördergruppen zusammengefasst werden.

Gegenstand der Elternarbeit ist

  • die Transparenz und Information über die Fördermaßnahme
  • den Eltern wird Gelegenheit zur Hospitation gegeben
  • die Beratung über weitere Förderhilfen (sprachtherapeutische Angebote, Logopädie etc...)
  • die pädagogische Beratung in ausgewählten relevanten Erziehungsfragen (Häuslicher Sprachgebrauch, Medienkonsum)

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